Hallo, kennen Sie folgenden Ausspruch?
“Ich bin ein Deutscher und noch dazu ein Westerwälder, was so viel wie zwei Deutsche gilt!”
Weiter unten erfahren Sie auf jeden Fall die Lösung.

Eng verbunden mit der Geschichte von Sainscheid war Willy Schlag. Oft haben wir uns abends, wenn er mit Spazierstock und Hut aus der Morgenbitz kam, über den Ort unterhalten. In seinem unermüdlichen Wirken hat er auch so manches Wissenswerte über das Dorf zusammengetragen. Die meisten der hier veröffentlichten Daten stammen von ihm und nicht von mir. Er hat durch seine guten Kontakte und auch aus Büchern die wichtigsten Fakten recherchiert. Wer sich ausführlich infomieren möchte, dem empfehle ich, das Heft Nr. 9, “Aus unserem Stadtteil Sainscheid” aus der Reihe der “Westerburger Hefte” zu lesen. Eventuell hat die Druckerei Pius Kaesberger in Westerburg noch welche, sonst kann man dieses noch in der Stadt- und Zentralbücherei in der Jahnstraße 22 in Westerburg ausleihen (Tel.: 02663/291330). Ein weiteres wichtiges Buch ist “Die Landesgeschichte des Westerwaldes” von H. Gensicke.

Bereits im Jahre 1304 wurde Sainscheid (“Sengenscheid”) nach dem bisherigen Kenntnisstand erstmals urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich ist aber, daß der Ort bzw. die Höfe, aus denen es entstanden ist, schon im 10. Jahrhundert existiert haben. Es gibt leider nicht viele Unterlagen, da hier weder eine Pfarrei, noch ein Adelssitz noch sonst ein wichtiges Amt oder dergleichen existiert haben. Wir wissen nur etwas daher, daß von “Sengenscheid” Naturalabgaben an das Kloster Seligenstatt bei Seck  geleistet wurden. Die Ruinen des Klosters findet man übrigens an der Strecke von Seck nach Hellenhahn links kurz hinter dem Ortsende. Ziemlich sicher ist aber, dass Sainscheid zuerst zur Grafschaft Diez gehört hat. Später kam es dann zu Kurtrier. Das “Treiertsche Land” ist heute noch ein Begriff. Ein Teil der Gemarkung gehörte (und gehört auch heute noch) der Familie von Walderdorff, die in Molsberg zu Hause ist. 1802 kam dann das ganze Gebiet zu Nassau. In den ganzen Jahren hatten die Sainscheider viele Herren, waren sogar jahrhundertelang Leibeigene, die von den “Herren” nach Belieben auch getauscht wurden, wie eine alte Urkunde beweist. Ab 1816 gibt es ordentliche Aufzeichnungen über das Dorf, der erste Bürgermeister war Johann Adam Wüst, der letzte Alois Kehr. Mit ihm ging auch die Selbständigkeit verloren, Sainscheid wurde mit allen Folgen, die nicht immer positiv waren und sind, ein Teil der Stadt Westerburg. Ein kleines Stückchen Geschichte noch: um 1840 gab es hier in “Saynscheid” mit einer Gemarkungsgröße von 891 Morgen 30 Häuser in denen insgesamt 45 Familien wohnten. Von den damal 173 Einwohnern waren 10 evangelisch, der Rest war katholisch.

...wird in den nächsten Tagen fortgesetzt, ich muß noch zwei dicke Bücher über den Westerwald durchlesen....aus den “zwei dicken Büchern” sind mittlerweile an die 10 geworden, also bitte noch ein wenig Geduld!.

Übrigens: Den folgenden Text habe ich in einem “Westerwald-Führer” von 1913 gefunden. Diese Taschenbücher hat der Westerwald-Verein herausgegeben. 1929 erschien die 8. Auflage, ob danach noch welche herausgegeben wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Mal schauen, vielleicht kann ja Herr Kaiser aus Westerburg Auskunft geben, der der Vorsitzende des Westerburger Ortsvereins ist. Dieter Kaiser,  Adolfstraße 45, 56457 Westerburg, Tel.: 02663/1788

Auszug aus dem Westerwaldführer von 1913

Der Ausspruch oben stammt von Melander, Graf zu Holzappel, Kaiserlicher Feldmarschall im Dreißigjährigen Krieg.Der bürgerliche Name war Peter Eppelmann, er stammte aus Hadamar.

[Sainscheid] [700 Jahre] [Natur] [Bürgertreff] [Vereine] [Radweg] [Geschichte] [Firmen] [Dorferneuerung] [Meinungen] [Bürgerverein]